Jergina Dorfskirennen – Das nächste Highlight

am Sonntag, 29.01.2012 ab 10.30 Uhr am Pfeifa Bichl in St. Georgen

Einschreibungen werden von 9 Uhr bis 10 Uhr entgegen genommen.

Klassen:

1) Rennklasse (Ski, Snowboard, Rennböckl)
2) Tourengeher (Aufstieg + Abfahrt)
3) Gaudiklasse (alles was fährt)
(die ersten drei pro Klasse werden prämiert)

Teilnahmegebühr: 10€ für eine Klasse, 15€ für zwei Klassen und 20€ für alle drei Klassen

Wenn die Schneeverhältnisse es
nicht zulassen wird das Rennen
rechtzeitig abgesagt!!

 

Auf zahlreiche Teilnahme freut sich das
Kirschtamichl Komitee St. Georgen

Spielplan und Gruppeneinteilung HallenCup 2012

Der aktualisierte Spielplan/ Gruppeneinteilung:

Gruppe A:

Die Pumas
Schlecker
MHH
Die Waschweiber
Vodka United

Gruppe B:

Wolchina Yacks
Nikis Pub
Überetscher Löwen
6a Gang & Co.KG
Turbotamagochi

Gruppe C:

Gruibm Vintl
Luschtmolche
Fehl am Platz
FC Bayern Fanclub St. Georgen

11.30    Gruppe A    Die Pumas    Schlecker
11.40    Gruppe A    MHH    Die Waschweiber
11.50    Gruppe B    Wolchina Yacks    Nikis Pub
12.00    Gruppe B    Überetscher Löwen    6a Gang & Co.KG
12.10    Gruppe A    Die Pumas    Vodka United
12.20    Gruppe A    Schlecker    MHH
12.30    Gruppe B    Wolchina Yacks    Überetscher Löwen
12.40    Gruppe B    Nikis Pub    Turbotamagochi
13.00    Gruppe C    Gruibm Vintl    Luschtmolche
13.10    Gruppe C    Fehl am Platz    FC Bayern Fanclub St.Georgen
13.20    Gruppe A    Die Pumas    Die Waschweiber
13.30    Gruppe A    Schlecker     Vodka United
13.40    Gruppe B    Wolchina Yacks    Turbotamagochi
13.50    Gruppe B    Nikis Pub    6a Gang & Co.KG
14.00    Gruppe A    Die Pumas    MHH
14.10    Gruppe A    Die Waschweiber     Vodka United
14.20    Gruppe B    Wolchina Yacks    6a Gang & Co.KG
14.30    Gruppe B    Überetscher Löwen    Turbotamagochi
14.40    Gruppe C    Gruibm Vintl    Fehl am Platz
14.50    Gruppe C    Luschtmolche    FC Bayern Fanclub St.Georgen
15.00    Gruppe A    Schlecker     Die Waschweiber
15.10    Gruppe A    MHH    Vodka United
15.20    Gruppe B    Nikis Pub    Überetscher Löwen
15.30    Gruppe B    6a Gang & Co.KG    Turbotamagochi
15.40    Gruppe C    Gruibm Vintl    FC Bayern Fanclub St.Georgen
15.50    Gruppe C    Luschtmolche    Fehl am Platz

Für das Viertelfinale qualifizieren sich die Gruppensieger, die Gruppenzweiten der Gruppen A,B und C, sowie die beiden 3. Platzierten der Gruppen A und B

Viertelfinale:
1 x 8 Minuten

16.30    Spiel 1    1. A    3. B
16.40    Spiel 2    1. B    3. A
16.50    Spiel 3    1. C    2. B
17.00    Spiel 4    2. A    2. C

Halbfinale:
1 x 12 Minuten

18.00    Spiel 1    Sieger Spiel 1    Sieger Spiel 2
18.15    Spiel 2    Sieger Spiel 3    Sieger Spiel 4

Spiel um Platz 3:
1 x 12 Minuten

18.30    Platz 3    Verlierer Spiel 1    Verlierer Spiel 2

Finale:
2 x 8 Minuten

19.00    Finale    Sieger 1    Sieger 2

Regeln

1)    Gespielt wird in den Vorrundenspielen 1 x 8 Minuten, im Viertelfinale 1 x 8 Minuten, im Halbfinale und im Spiel um Platz 3 1 x 12 Minuten und im Finale 2 x 8 Minuten!
2)    Gespielt wird mit 4 Feldspielern + Tormann!!!
3)    Die Ersatzspieler müssen auf der Sprossenwand platz nehmen!!
4)    Es kann jederzeit fliegend gewechselt werden!!!
5)    Wird der Tormann gewechselt muss es dem Schiedsrichter angezeigt werden!!!
6)    Jeder Spieler darf nur bei einer Mannschaft spielen! Sollte ein Spieler bei einer zweiten Mannschaft gespielt haben, werden alle Spiele mit 3:0 für den Gegner gewertet!!!
7)    Der Tormann darf den Ball nur im kleinen Torraum anfassen! Sollte der Tormann den Ball ausserhalb des Torraumes berühren, gibt es 7- Meter!!!
8)    Der Tormann darf einen Rückpass des eigenen Spielers nicht mit den Händen berühren, sonst gibt es 7- Meter!!!
9)    Gespielt wird mit der Bande an beiden Seiten, hinter den Toren und mit der Decke! Abgepfiffen wird nur wenn der Ball hinter dem Basketballkorb landet!!!
10)    Gespielt werden kann mit Turnschuhen oder Hallenschuhen (Calcetoschuhen)!!!
11)    Bei Nichtantreten einer Mannschaft geht das Spiel mit 3:0 verloren!!!
12)    Bei einem groben Foul, wird eine 2 Minuten Strafe verhängt und kann auch zu einem Spielausschluss führen!!!
13)    Alle Freistösse können direkt ausgeführt werden!!!
14)    In den Gruppenspielen erhält man für einen Sieg 3 Punkte, Unentschieden 1 Punkt und bei einer Niederlage 0 Punkte!!!
15)    Bei einem Unentschieden in den Finalspielen wird sofort 7- Meter geschossen!!!
16)    Bei den Abschlusstabellen zählen: Punkte, Torverhälltniss, geschossene Tore, erhaltene Tore, direkte Spiel, das Los!!!
17)    Die Gruppenphase bestehen die 2 Erstplatzierten!!
18)    Sonst gelten die normalen Kleinfeldregeln!!!

Für Unfälle oder Diebstahl wird NICHT gehaftet!!!!!

das KMK St. Georgen wünscht den Teilnehmern Viel Erfolg!!

Jergina Fussball HallenCup 2012

Hallo Sportkammeraden!

Das Kirschtamichl Komitee St.Georgen lädt am Samstag, 7. Jänner 2012, wieder zum Jergina HallenCup ein.

Gespielt wird um die begehrte Kirschtamichl-Wandertrophäe.

Das Turnier wird sich wieder bis in den Abend hinein ziehen. Teilnehmen dürfen alle Freizeit und Juxmannschaften. Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung

Der Kostenbeitrag beträgt 70 €. Und ist sofort vor dem ersten Spiel zu leisten.

Nennschluss ist Anfang 2012.

Anmelden könnt ihr euch bei Mutschlechner Bernd Tel.3495294697.

Eine Mannschaft besteht aus 4 Feldspielern + Tormann. Es darf gewechselt werden.

Im Jugend-Zuschauerraum ist bestens für Speis und Trank gesorgt. Unser Grillmeister wird euch wieder bis in den Abend hinein verköstigen.

Natürlich wird sich die Party bei Kirschtahits bis in die Nacht hinein ziehen.

 

Jeder ist herzlich eingeladen mit uns eine unvergessliche Kirschtaparty zu feiern.

Kirschtastimmung auch im Winter 2012!

 

 

So kommt ihr zur Turnhalle:

Größere Kartenansicht


Kirschtapfinsda und Freita

Kirschtapfinsda: Am Donnerstag vor dem Kirschta werden die “Kirschtakrapfen “, längliche, von der Hitze aufgeblasene Krapfen, gebacken.

Am Donnerstag Abend versammelt sich das Komitee auf einem Hof, zur Zeit beim „Sterzinga“, wo der Kirschtamichl noch mal begutachtet wird und letzte Feinheiten noch verbessert werden können. Auch die Girlande für den Baum muss spätestens am Freitag fertig sein. Der Kirschtamichl wurde früher alljährlich mit Heu und Stroh zusammengestellt. Heute hat man eine schon fertige Puppe, die nur noch bekleidet werden muss. Natürlich trägt der Michl auch immer wieder kleinere Blessuren davon, die dann repariert werden müssen. Der Michl ist eine lebensgroße Puppe in Pustertaler Tracht und Tiroler Fahne in der rechten Hand. Wobei sein “Handgebäck ” variieren kann. Früher hatte der Michl in der rechten Hand einen großen Kirschtakrapfen und in der linken eine Weinflasche.

Zur gleichen Zeit oder am Freitag bereitet die Bauernjugend den Erntekranz vor, dieser wird mit Getreideähren von Roggen, Weizen und Gerste vermischt und mit satten Grün von Eichenlaub gebunden.

Kirschtafreita: Die Musikkapelle gibt am Freitagabend, dem “Kirschtafreita ” ein Konzert vom Musikpavillon am Festplatz aus. Nachher gehen die “Krapfler” um. Das sind junge Burschen die musizierend und reimend durch das Dorf ziehen und vor den verschlossenen Türen um Einlass, Getränke und einen Kirschtakrapfen beten.

Jergina Kirschta vor 80 Jahren

Der bekannte Volkskundler und Gastwirt Hans Fink hat in den 1930er Jahren, inmitten der faschistischen Unterdrückung, einen Jergina Kirschta miterlebt.
Am 23.08.1961 erschien seine Schilderung der Dinge im “Tagblatt der Südtiroler”
Nehmt euch etwas Zeit, aber es lohnt sich auf alle Fälle in eine fast vergessene Zeit einzutauchen.

„St. Jörgen” und der „Kirchtagmichl”

Pustertaler Erinnerungen von Hans Fink

An St Georgen bei Bruneck knüpfen mich viele Erinnerungen. Die lockere Dorfsiedlungmit den schwarzbeschindelten Walmdächern sehe ich vor mir, ein kleines Geschäftchen, das sie beim „Zündhölzler” nannten, und das traute „Jörgina Stöckl” unter dem Wald, darin Maria den Gißbach dämmt. Ich höre die mächtige Ahr raunen, über die eine Holzbrücke führte, und träume vom emsigen Tauferer Bähnlein, das die Radfahrer winkend überholten.

“Türschtlan, Ruschpa und Nigilan”

An einem Samstagnachmittag der 1930er Jahre bin ich nach St. Jörgen gegangen, habe
mich neben dem alten „Julstein” vor Sankt Georgs würdigem Gotteshaus in die späte
Augustsonne gesetzt, um den Kirchtagmichl zu erleben. Das war um jene Zeit noch etwas
„Wichtiges” im Pusterer Bauernleben, und Buben und Männer begannen sich gleich nach
dem Mittagessen Kinn und Wochenbart ein- zuseifen, banden sich ein blitzblaues Fürtuch
um, denn schließlich war ja morgen kein gewohnlicher Sonntag, sondern Kirchtag im Dorf.
Da hub ein großes Backen in den Küchen an, ein Sieden und Rösten, ein Krapfenradeln
und Wichtigtun. Neigte sich dann die Sonne den Gehöften von Greinwalding zu, stieg ein
Duft durch das Dorf; nach Strauben und Kücheln, nach Türtlan und Krapfen, nach grü-
nen und süßen, mit Mohn gefüllten und von „Mete” übergossenen, nach langen und run-
den oder im Zuckerwasser schwimmenden. Von „Höflern” ging die Rede und von den
Kniedrückern, von den „Puntschern” und „Ruspern”„ von „Nigelan” und Minggelan,
von „Zirggelan” und „Tschotteplattlan” und wie sie,wohl alle heißen die süßen Dinger, die
bessere Zeiten einst erfanden, die konservative Generationen weiter vererbten und jede
fleißige Bäuerin heute noch bäckt in der Kirchtagswoche. So verlangte es Brauch und
Sitte, so wünschen es Dienstboten und häusliche Ordnung.
Derweilen es drinnen briet und brutzelte, schmor und sott, nahmen Kinder und die al-
ten Weiber den Besen zur Hand, kehrten Hofplatz, Stadelbrugge und die langen Gassen.
Sie schauten noch nach dem Garten, scheuerten die Hausbank rein und holten die Wäsche
ein. Es hockten die Alten in der letzten Sonne, wärmten ihre starren Knochen auf und die
alten Geschichten, die noch immer wahr sind und vor allem viel schöner als das „hearische Radiogeplapper”.
Nur junge Burschen schien es keine zu geben in St. Jörgen an jenem Samstagabend.
Und ich frug einen Alten der an seiner ‘Pfeife sog, daß die Augen vorstanden und die Wan-
gen anliefen,  „Oh diese Schlanggl” kam es aus dem zahnlosen Mund, der schon die
dritte Brücke dachte über die breite Ahr und der alten Glocke Pate gestanden war nach
dem großen Hochwasser von Anno zweiundachtzig,
“Die Buibn sein alla ban Stöcklan öbn”, tat er wichtig und wies über das dämmernde
Tal, das nach Grummet roch. Und ich hörte dumpfe Schläge von drüben, wie es eben tut,
wenn blankes Eisen in grünes Holz fährt. “Sie holen den Stamm. für den Kirchtag-
michl” fuhr der Alte fort. „Dort oben beim Steckl haben sie ihn gehackt, wo die Gottes-
mutter thront, unser Dörfl, segnet und den Gißbach dämmt. Frisch und voller Saft soll
er sein, schlank und ,geliedig’ (biegsam) und der höchste in der Runde!” Und da vergaßen
sie ihre Pfeifen und den Krapfengeruch, den nahenden Kirchtag und lauschten feierlich hin.
Das galt nicht als Waldfrevel, wenn der Kirchtagrnichlbaum heimlich geschlagen Wer-
de; da hielten die Gemeindeväter gerne den Daumen in die Ohren und da drückte selbst
die Behörde ein Auge zu. Da krähte einmal ausnahmsweise kein Hahn, wenn die Säge
knarrte und die splitternde Feichte zu Boden schlug, die schon längst ausgekundschaftet
war den warmen Sommer über. Jetzt wurde sie der Rinde beraubt, ausgeastet und um
den Wipfel gekürzt Ein Hallo setzte ein da oben und ein Gejodel, ein juzen und Schreien
und die Burschen vergaßen schier, sich den Schwitz von der Stirne zu trocknen, da sie
den aalglatten Stamm zu Tale trieben. Schlüpfrig und „hahl” mußte er sein, saftnaß
und weiß im Holz, ein Baum, mit dem man sich nicht zu schämen brauchte im weiten Brunecker Talbecken.

Am Bäckenplatzt

“Früher hat man den Baum meist bis vor die Kirche gebracht und dort aufgepflanzt
ja… dort drüben hinter dem Julstein. Aber das ist schon lange her und kein Mensch denkt
es mehr im Dorf. Und da haben sie einmal einen neuen Bürgermeister gewählt, einen
recht guten und hilfreichen Mann, und vor allem einen Menschen, von dem sich auch die
Jungen etwas sagen ließen. Und diesem ist es gelungen, den Buben verständlich zu ma-
chen, der Platz vor der Kirche wäre wohl nicht der rechte zu diesem närrischen Trei-
ben, und seither stellt- man den Michl am Bäckenplatzl auf droben beim Wirt.”
So wußte der Alte zu berichten und sein runzeliger Arm wies hin zum Stöckiwald,
wo’s auf einmal lebendig wurde. Eine Zieharmonika schrie auf, grell im Diskant, und
ein Dutzend Burschen zogen den weißen Stamm aus dem Dickicht auf die „Gernoan”.
Ihre Zapine hatten sie der toten Fichte tief ins Fleisch getrieben, unter Pfeifen und La-
chen in die Hände gespuckt… und dahin ging’s. Haar und Giggerfeder flatterten im
abendlichen Talwind und das Weiß der Hemden nahm sich vom kurzen Grün der spär-
lichen Weide scharf ab. Nur Gänse und Sommerfrischler gingen über diesen Rain und
jede Kuh verschmähte dessen Gras.
Kinder und Jungvolk stürmten hinter dem Baumtrieb her, lachendund Kuttern, sich
schupfend, stoßend und voll tollen Übermuts. Sie waren gar nicht zu kennen heute,
diese ruhigen Buben und Glitschen, die sonst so still und besonnen dreinschauten, die Im-
mer langsam und bedachten Schrittes durch die Gassen gingen.
Vor dem Wirt hatte man für den Baum bereits ein Loch ausgehoben, Pickel und
Schaufeln, Hebestangen’ und Bergeisen stünden bereit, an den Wänden lehnten die Lei-
tern. Auch Seile und Kloben, eine Wagenwinde und haushohe Holzscheren waren zur
Hand und der Zaungäste harrten gar viele.

“Der ,Michl”

Drinnen beim „Bäck” in der Stube lag der „Michl” eine lebensgroße Puppe in der
Pusterer Tracht Aus Stroh waren seine Gliedmaßen,ein hölzerner Pflock bildete sein Rück-
grat und eine Querstange hielt ihm die Arme hoch. Ein weißes Hemd mußte er tragen nach
Sonntagsbrauch, lederne Kniehosen, weiße Strümpfe und hohe Schuhe, die das Stoh
verbargen. Einen grünen Hosenträger hatten ihm die Gitschen besorgt, über das rote Leibl
ein spannebreites Ranzl geschnallt. Und vorne mußte dieser Leibgurt sein Schildchen tragen
mit altem Spruch und sonderlichen Zeichen in Federkiel ausgesucht, so ist es Pusterer Sitte.
Einen weiten Hut mit weiten Flügeln und die grauen Geierfedern hinter dem grünseidenen
Band drückte man ihm noch auf den Kopf, band eine Larve aus Stoff vors Gesicht und
half dem strohernen Knaben in den braun-grünen Lodenjoppen.
So… nun war der „Kirschtatmichl” fertig, wie der Pusterer sagt. Einem alten Almgeist
mußte er gleichsehen mit einer Wolke als Hut, einem* Bergriesen, der Wetter macht,
Vieh beschirmt oder Donner und strafenden Blitzschlag zündet.
Ein brennrotes Schnupftuch ließ man ihm noch aus dem Hosensack schauen, zog weiße
Handschuhe über seine strohgelben Finger und drückte ihm einen tollen Krapfen in die
Hand, Schön aufgedunsen mußte dieser aber sein und durchsichtig wie gutes Porzellan
jawohl, so und nicht anders. Nun brauchte man sich mit dem Knaben da nicht zu schä-
men am morgigen Feirchtag, wenn die vielen Leute kamen. aus Stadt und Land und wenn
beim Wirt die Musik spielte nach dem zweiten Kirchen.
Längst war die Sonne den Amateur Berg hinabgekrochen, hatte die bleichen Kalkzin-
nen rot geküßt im Süden und Osten und den ersten Herbstschnee zu Berge gejagt am Fen-
sterlekofl. Drüben beim Auenfischer klingelte-die letzte Tauferertram heimzu und die küh-
nen Radfahrer waren ihr wieder einmal zuvorgekommen mit dem Schwung, den sie sich
vom Hohen Stöckl herab geholt hatten. Drinnen unter der Kaiserwarte, wo das Kühbergs
auf das bischöfliche Schloss herniederschaut hatten die Häuser bereits ihre Lichter ange-
steckt und vom Oberland tasteten einige,Scheinwerfer um des Schießstands jähe Kurwen.

Gaßlvolk und Nachtgeschleich

Auch zu Sankt Georgen rüstete man sich zum Schlaf. Ein Kammerfenster wurde flnster nach
dem anderen und an den Haustoren knarrten die rostigen Schlösser. Nur im Schlafgemach
des Bauern war man noch länger wach … uuuh!… das ist eine gefährliche Nacht vor
dem Kirchtagl Da heißt es auf der Hut sein, will man Ordnung haben und soll keine Un-
Zucht aufkommen am Hof, Nachtbuben gehen um in der Kirchtagsnacht und viel Gaßlvolk
ist auf den Wegen. Mit Lehnen und Leitern schleichen sie um die Häuser, decken sich
hinter Backöfen, Schupfen und Hütten, springen über Zäune, Wurzgärten und Henngitter
… und du kommst ihnen nicht bei. Sie zirpen und locken, wispeln und schnalzen und
ahmen die Nachtstimmen der Waldtiere nach. Legen Leitern an die Höfe und lange Stin-
gen, setzen Masken auf und buntes Gelarv. Den Joppen ziehen sie über den Kopf, ver—
bergen sich unter dem radrunden Gaßlmantele und du kennst ihre verstellte Stimme
nicht mehr. Buschen und Nagelen mähen sie von den Söllen, werfen Blumenfaßlen von
den Balken und ketten das Stallvieh los.
Kein Guckloch ist ihnen zu hoch, wo sie ein Gitschele wissen, kein Haushund zu bös, wo
ein “Weibatzl” lockt. Wenn Gaßlbuben einmal ihre sehnigen Arme straffen, hält kein
Feinsterkreuz stand, wenn die Jagd über die Dillen geht, ist kein Futterloch zu eng. Ver-
birgt sich der Mond hinter einer Wolke, da huscht´s über den Rain. Ein Schatten wischt
um den Gartenzaun, klimmt über Machlhütte und Tenngebälk… und schon hat sich der
Bub den schönsten Krapfen vom nächtlichen Fenster der Liebsten geholt! Den bindet er
sich am Morgen ans sonntägliche Hutband und trägt ihn voll Stolz über die belebte
Kirchgasse. Und es äugeln Bäuerin und Jungdirn scharf danach aus, ob er wohl gut ge-
raten sei oder gar aus ihrer Küche komme.
Drüben am Wirtsplatz, wo der rinden-nackte Fichtenstamm  geisterbleich lag, war es
mäuschenstill. Hinter der Hecke jedoch, wo die Gartenweimer (Johannisbeeren) schel-
mischrot lachten, lauerten ihrer zwei. Aug und Ohr offen, hockten sie da und den Blick
auf den Baum gerichtet, daß ihn ja nicht jemand entführte. Denn das wäre eine Schande,
die der Wind durch alle Dörfer pfiffe, soweit das grüne Pustertal reicht!

auf geht’s!

Da der Glockenschlag von St. Georgs Kirchturm die zwölfte Nachtstunde kündete, wurde
es am Wirtsplatz lebendig. Aus allen Gassen und Lücken tauchten -Schatten auf, traten
Burschen heraus, schnalzten Buben heran. Mitternacht war vorbei, der Kirchtag da und
nun hieß es, den „Michl” aufrichten! Eine Knopforgl jaulte auf, schrie einige dissonante
Akkorde über den halbdunklen Platz und brach wieder ab. Wein stand auf dem Tisch,
Gläser klirrten schrill und vor dem Hause drehte jemand die Plateampe en. Jetzt kann
es losgehen! Ein paar wilde Takte eines Schuhplattlers klopfte einer im Übermut
herunter, warf Hut und Joppen hin und hieb mit der flachen Hand auf den schlafenden Baum.
Das war das Zeichen und alles faßte wacker an. Und man schien es nicht das erstemal zu
tun. Mit „ho-au!” und „ho-z’samm!”, mit „jetzt wohl und „packt an” griffen alle zu. Eine Leiter von der Feuerwehr hatte einer herbeigeholt, mit Stangen, Gabeln und Sei-
len ging man´s schneidig an. Und der Baum stieg langsam hoch und immer höher. Steine
und Erdreich flogen in die Grube, eine Eisenstange blitzte auf, jeder stand wie gedrillt auf
seinem Postens Dazu schrie und jodelte es in die sternklare Nacht, als käme die Wilde Jagd
angebraust. Da machte gewiß kein Mensch ein Auge zu in den umliegenden Häusern;
Und dennoch blieb’s still und ganz finster. Hinter Vorhangflügeln und Buschenpracht
aber äugelten sie heimlich ins Freie: Bauer und Mutter, Kindsdirn und Felderin, Kuche-
lin, Ahndl, Altknecht und Kind.
Dann war es endlich so weit. Während die einen des Erdreich festtraten und mit Stei-
nen den nächtigen Baum verkeilten, schleppten andere den „Michl” herbei. Wie ein alter
Götze aus urfrüher Zeit nahm er sich aus, oder der Wilde Mann, der die Kinder ver-
trägt. Und sein Schatten fiel weit über den Platz. Nun trat einer aus der Runde, ein lan-
ges Seil hing ihm von der Schulter. Schuh und Strumpfzeug warf er von sich, drehte das
Fürtuch auf und spuckte in die Fäuste. Rieb sich Hände und Fußsohlen mit Pech und kleb-
rigern Lörget ein und schickte sich an, den schlüpfrigen Baum zu ersteigen. Schaute noch
einmal tief in den Weinkrug hinein… und hinauf ging’s den frischnassen Stamm..
Schnaubend und pfeifend zog er sich hoch. Jeder Griff brachte ihn eine Handspanne wei-
ter, die Hälfte davon rutschte er wieder zurück. Müde und matt schaute ihm die Platzlampe zu.
In den Reihen der Burschen war es still geworden. Selbst der Spieler setzte aus und
die Leute hinter den Fenstern hielten den Atem an. Da… da… jetzt war er oben. Sei-
nen Werktagshut schwenkte er stürmisch durch die Luft und juzte über die schlafen-
den Dächer. Er sicherte sich schnell, warf das freie Seilende zu Boden und daran befestigte
man den “Michl”.

24 Stunden allein

Er wiegt nicht viel, doch man tut, als ob er schwer wäre. Mit „hellt mit” und „schiebt
nach”, unter „ist er heut schwer” oder „stellt er sich diesmal steif” hantelt er den stroher-
nen Riesen zu sich hinauf, langsam und ruckweise. Und die jugendliche Menge schaut be-
geistert zu. Endlich kriegt der Steiger den „Michl” zu fassen. Er richtet ihn gerade auf,
wie es sich für eine Kirchtagsfigur ziemt, bindet ihn sicher und fest und redet ihm auf-
munternd zu.
Inzwischen ist das Seilende ein zweites Mal zu Boden geglitten. So ein „Michl” kriegt
nämlich Durst die langen 24 Stunden über so allein da oben im frischen Tauferer Wind.
Genau so lange Muß er es eben leiden, bis zum Montag früh, wo er samt dem Baum an
den Meistbietenden versteigert wird und endlich sein zünftiges „Begräbnis” bekommt.
Deshalb seilte man jetzt dem Verbannten eine dickbäuchige Weinflasche hinauf. Diese
kriegte er in die freie Hand — die zweite umschlang den Baum — und da sie eben
leer war und ganz ring, konnte man es dem „Michl”‘ ohne Zweifel zutrauen, daß er sie
den ganzen Tag über und bis zum nächsten Morgen in die frische Pusterer Luft hinaus-
hielt und so den Kirchtag verkündete zu Sankt Jörgen.
Noch einmal überprüfte der Bursche sein ganzes Werk auf luftiger Höh, dann schickte
er sich an, herunterzurutschen. So einfach und schnell, wie es der ahnungslose Zuschauer
erwartete, ging es aber doch nicht. Da hieß den Stamm schön fleißig mit Seife ein-
schmieren, Handbreite für Handbreite, und langsam baumab zu gleiten. Einfache, derbe
Waschseife trug er auf, wie sie eben für grobe Bauernhände recht ist und sie der
“Zündhölzer” in seinem Krämerloch drunten feilhielt hinter dem Julstein.
Zoll für Zoll glitt er nieder, dann stand er endlich am Boden. Nun sollte es einer pro-
bieren, den „Michl” zu stehlen! Nicht einmal eine Katze kam jetzt noch hinauf, und Bursch
erst recht keiner von den vielen aus den Nachbardörfern, die darauf aus waren, den
„Jörgina Michl” zu entführen. Da konnte einer g`schmitzt sein und behende wie ein Wiesel,
da ging einfach kein Weg mehr hin. Ein paar Waldtaxen lehnte man noch dem Baum zu
Füßen, räumte den Platz leer und ließ sauber alle Spuren verschwinden. Nun konnten
sich die Alten die Augen ausgucken und die Herren aus der Stadt, was- die Jörgener für
einen Kirchtagmichl hatten, wenn’s aufging am Tanzboden neben der Wirtskegellbahn
nach getaner Christenpflicht!

… und ewig rauscht die Ahr

Einen grellen Juzer stoßen die Buben noch aus, daß die Berge erschrecken Pfiffe und
wilde Schreie setzen ein, damit zieht die nächtliche Schar ab. Hin durch die Gassen
führt ihr Heimweg, über Wiesen und Zäune, durch Äcker und das taunasse Gras. Nur der
Wind trägt noch die abgerissenen Akkorde durch das Tal und ein letztes Bockshorn plärrt
vom Hang, Hinter der Hecke, wo Tische und Bänke auf den Kirchtag warten, lauern zwei
Späher, leise und voller List Gar ein Maul-wispele haben sie bei sich, sollte es notwen-
dig werden, Hilfe herbei zu pfeifen, falls ihrer gar zu viele kommen sollten aus Ste-
gen, Gais oder dem rebellichen Tauferer Tal, um den “Michl” zu stehlen oder einfach den
Baun umzuschneiden, was auch schon vorgekommen war.
Da die Uhr vom Kirchturm die dritte Morgentstunde schlug und im Osten die Sterne zu
verblassen begannen, war im Dorf Ruhe eingetreten. Nur droben hinter dem Stöckl, darin
die  Gnadenmutter verzeihend über das unendlich wichtige Bubentreiben lächelte, ra-
schelte es verdächtig im Laub. Das waren die verwegenen Böllerseletzen mit ihren Mör-
sern: drei vor dem Betläuten und ein besonders kräftiger danach. Aber tuschen sollten
sie, daß es die faulen Jörgener aus den Strohsäckecken warf und das halbe Pustertal weckte!
Leise und silbrig gluckste drunten die Ahr durch das Land. Und Sankt Georgs Spitz-
turm reckte sich schelmisch, um sich zu vergewissem, ob ihm die Kirchweihfahne auch
gut stand, die mit einemmal von seinem oberen Schalloch flatterte.
Bleich und gespenstisch lag der zürnende Julstein vor der Kirche und es schien, als
könne er noch nie verscchmärzen, seiner einstigen Rechte der alten Thing- und Richtstätte
an Rienz und Ahr beraubt zu sein. Oder daß man ihm, den „Michl” entzogen hatte, der nun
am Wirtsplatz oben steif über den Dächern schwankte? — Still, alter Brummler, deine
Zeit ist um.
Da kommen ja die ersten Läutbuben über den morgengrauen Platz. Und keiner von
ihnen allen, die den „Michl” aufstellten zu Sankt Jörgen am Kirchtag, die ihn umjohlten
oder nun eifrig bewachten, wußte, was das Ganze zu bedeuten hatte: weder, daß „Michl”
der „Große” sagt, ließen sie sich träumen, noch daß seine fürsorglich behütete Figur ver-
schollene Mythe darstellte, aus der naiven Schau urzeitlicher Nordmenschen geboren und
unbewußt auf unsere Zeit übererbt.
Drinnen im Gotteshaus, dem die Ahr, rauscht und der Wind vom Schwarzenstein
ums graue Gemäuer streicht, flackert ein rotes Lichtlein: Milde und gütig ist sein Schein, Ewigkeit und Vergebung strahlen aus ihm und das erlösende Christuskreuz hängt ihm
zu Häupten. Den leidenden Heiland trägt es an seinen Balken, den sterbenden Sohn Got-
tes, der Julstein und „Michl” längst besiegte und noch aus jedem Kampf heller und strah-
lender hervorging.

Jergina Jugendkirschta 2011

Die perfekte Einstimmung auf den Jergina Kirschta:

Auf gehts zum Jergina Jugendkirschta 2011 am 20. August (Fraktionsweide St. Georgen)

Ab 14.30 Uhr Aufstellen des Kirschtabaumes, anschließend fröhliches und lustiges Beisammensein, mit leckeren Grillspezialitäten bis tief in die Nacht.


Fraktionswiese St.Georgen auf einer größeren Karte anzeigen